Das Auto wird zum mobilen Datensammler

Tichys Einblick

VW-Chef Herbert Diess hat vor wenigen Tagen vor Managern prophezeit: „Das Automobil wird in Zukunft das komplexeste, wertvollste, massentaugliche Internet-Device. Wir verbringen im Automobil der Zukunft mehr Zeit als heute, vielleicht zwei Stunden statt einer.“ Für ihn als Lenker eines Autokonzerns bedeutet das vor allem die Sorge um den „Umbau vom Automobilkonzern zum digitalen Tech-Konzern“. Doch für die Menschen, die diese Autos der Zukunft lenken, stellt sich eine andere Frage: Was geschieht mit den Daten dieser fahrbaren Internet-Devices, die künftig verfügbar sein werden?

Der Name klingt nach Vertrauen: „Automotive Trustcenter“ nennt der TÜV-Verband (VdTÜV) eine Art Datenknotenpunkt, in dem demnächst alle Fahrdaten aller Automobile in Deutschland gesammelt werden sollen. Natürlich so, dass kein Fremder darauf Zugriff hat. Um was geht es? Um dies: Unzählige Sensoren erheben in modernen Fahrzeugen massenhaft Daten zur Funktionsweise der eingebauten Technik, zum Fahrverhalten und den zurückgelegten Wegen. Das vom VdTÜV im Dezember 2019 präsentierte Konzept für ein „Automotive Trustcenter“ soll einen „diskriminierungsfreien, sicheren und datenschutzkonformen Zugang zu Daten vernetzter Fahrzeuge“ sicherstellen, schreibt der Verband jüngst in einer Mitteilung. Ein Vorschlag, der super klingt. Doch so selbstlos wie es scheint, ist das Konzept nicht. Denn sofern diese Idee umgesetzt wird, geht es auch ums Geschäft mit der Sicherung und der Verwaltung dieser höchst sensiblen Daten von zig Millionen Autos. Das Konzept sieht eine im staatlichen Auftrag handelnde Stelle vor, die nur „berechtigte Organisationen“ zum Zug kommen lässt. So sollen zum Beispiel Prüforganisationen (TÜV, Dekra), Versicherungen oder Behörden Fahrzeugdaten nutzen dürfen, um etwa alle drei Jahre (Neuwagen) oder zwei Jahre (Gebrauchtwagen) bei der Hauptuntersuchung digitale Komponenten zu prüfen oder Haftungsfragen bei Unfällen zu klären. Das Trustcenter soll dabei selbst keine Informationen speichern, sondern untergeordnete Treuhänder. Die darüber stehende Instanz erteile dann Zugriffsrechte für bestimmte Datenpakete an die jeweiligen legitimen Nutzer.

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