Thielemann in Dresden – Mehr Toleranz geht kaum noch

Tichys Einblick

Christian Thielemann ist ein streitbarer Geist. Der gerade noch sechzigjährige Dirigent, der seit nunmehr acht Jahren Chef der traditionsreichen Sächsischen Staatskapelle Dresden ist, sorgt ab und zu für Schlagzeilen, weil er wieder einmal nicht den Kompromiss, sondern das Richtige gesucht hat. So soll er Anna Netrebko für ihr »Lohengrin«-Debüt an der Semperoper eine ordentliche Aussprache des Deutschen verordnet haben. Die Primadonna wusste es zu würdigen, die Aufführung wurde in ihrer Mischung aus sängerischer »italianità« und korrekter Prosodie des Textes zum Wagner-Fest.

Im vergangenen Jahr endete das ruhmvolle Dauerengagement der Sächsischen Staatskapelle bei den durch Herbert von Karajan begründeten, ganz ohne staatliche Subventionen auskommenden Salzburger Osterfestspielen im Streit um die zukünftige Ausrichtung. Es war wohl eine Uneinigkeit zwischen dem Traditionalisten Thielemann und dem vom Theater herkommenden Intendanten und Ex-Schauspieler Nikolaus Bachler, der die Osterfestspiele künftig auch durch »Kleinspenden« (um die 10.000 Euro, das ist das Crowdfunding der High Society) finanzieren will und sich »theoretisch« sogar die Toten Hosen als Bühnengäste vorstellen kann. Wo sich aber solcher Zwist auftut, geht einer wie Thielemann lieber andere Wege und beginnt ab 2023 seine eigenen Osterfestspiele in Dresden, zunächst mit Werken von Richard Strauss als Schwerpunkt. Der Erfolg dürfte ihm auch dort gewiss sein.

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