Die zersplitterte Gesellschaft

Tichys Einblick

Frauen gegen Männer. Schwarze gegen Weiße. Homos gegen Heteros. Transgender gegen Homos. Wer sich heute im Raum der veröffentlichten Meinung bewegt, gewinnt den Eindruck, dass ein veritabler Kulturkampf tobt. Dabei steht nicht mehr Partei gegen Partei, den Wettkampf politischer Ideen und Programme hat man längst aus den Augen verloren. Vielmehr ist es so, als wäre die Gesellschaft buchstäblich in verschiedene Stämme zerfallen. In welcher Sippe man sich wiederfindet, entscheidet man nicht selbst. Klar ist nur: Die neuen Kollektive stehen sich feindselig gegenüber.

Eine solche Situation erinnert an Thomas Hobbes’ Krieg aller gegen alle. Damit beschrieb der Autor des «Leviathan» eindrücklich den mutmaßlichen Naturzustand des Menschen, in dem Angst und Aggressivität regieren. Im Gegensatz zu Hobbes’ Phantasie wird der Stammeskampf heute jedoch in der Blase der hochzivilisierten westlichen Gesellschaften ausgefochten. Er spielt sich in einer Zeit ab, in der es den Bewohnern der Wohlstandswelt besser geht als jemals zuvor.

Das ist die neue Dogmatik [...]

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