Interview mit Thomas Mayer: Corona und die EZB

Tichys Einblick

Thomas Mayer war ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und leitet nun die Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Er veröffentlichte 2014 das Buch „Die Neue Ordnung des Geldes – warum wir eine Geldreform brauchen“ in der er die Geldpolitik der Zentralbanken und das agieren der Finanzindustrie kritisierte. er ist bekannt für seine Kritik am Euro.

TE: Herr Mayer, gibt es eine Möglichkeit die Rezession die auf uns zu kommt abzuschätzen?

Thomas Meyer: Man kann gegenwärtig keine Prognosen abgeben, sondern nur Szenarien durchspielen. Dazu muss man nach China schauen, um einen Eindruck davon zu bekommen was auf uns zu kommt. In China ist die Industrieproduktion im Februar um 13,5% gegenüber dem Vorjahr gesunken und die Einzelhandelsumsätze sind um mehr als 20% abgestürzt. Wir müssen also zumindest im zweiten Quartal dieses Jahres mit ähnlichen Rückgängen rechnen. Damit könnte das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal um 15% gegenüber dem Vorquartal und Vorjahr zurück gehen. Wenn also im zweiten Quartal das BIP um 15% einbricht, wir dann aber im dritten Quartal mit einem Anstieg von 15% wieder einen großen Teil aufholen und sich die Situation im vierten Quartal beruhigt, würde das bedeuten, dass die Eurozone für das ganze Jahr dennoch 5% des BIP verloren hätte. Da die Epidemie die USA nun ebenfalls schnell erfasst, könnte sich dort eine ähnliche Entwicklung ergeben. Nimmt man China dazu, dürften wir dieses Jahr die tiefste globale Rezession der jüngeren Geschichte erleben. Allerdings können wir auch hoffen, dass diese Rezession sehr kurz bleibt. Das setzt allerdings voraus, dass das Corona Virus nicht mutiert und wie die Spanische Grippe in den Jahren 1918-19 die Menschheit und die Wirtschaft in drei Wellen mit steigenden Sterberaten erfasst.

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