Medien & Wissenschaft: Virologe Drosten droht den Medien

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Christian Drosten ist zur Zeit ein Medienstar wider Willen. Er ist Chef-Virologe der Berliner Charité und für die Deutschen neben Lothar H. Wieler vom Robert-Koch-Institut der zur Zeit bekannteste „Erklärbär“ der Nation. Das behagt ihm nicht. In einem Interview bei NDR-Info legt Drosten auch sehr gut nachvollziehbar dar, warum ihm das nicht behagt. Volles Verständnis dafür. Seine Medienschelte taugt allerdings überhaupt nichts.

von Max Erdinger

Es gibt unzählige Variationen des folgenden Spruchs: „Wenn ein Hammer dein einziges Werkzeug ist, dann sieht alles aus wie ein Nagel“. Das ist das Problem mit den Hochspezialisierten: Sie haben so viel ihrer Lebenszeit darauf verwendet, auf ihrem jeweiligen Gebiet zu Koryphäen zu werden, daß in der Folge irgendein lästerliches Schandmaul das unschöne Wort vom Fachidioten erfunden hat. Aber zugegeben: Es hat tatsächlich einmal Zeiten gegeben, in denen man sich beruflich getrost ganz auf die Dinge konzentrieren konnte, an denen das eigene Herzblut hängt, weil man sich darauf verlassen konnte, daß sich Politik und Medien voll der lautersten Absichten jener Dinge annehmen, um die man sich wegen seiner eigenen Vertiefung in die spezielle Materie nicht kümmern konnte. Diese Zeiten sind evident vorbei. Der wachsame Bürger ist gefragter denn je. Der Nachteil des wachsamen Bürgers wiederum ist sein fehlendes Urteilsvermögen im Detail. Er versucht meistens nur, das Gesamtbild mit seinem sogenannten „gesunden Menschenverstand“ in Übereinstimmung zu bringen, so er überhaupt versucht, das Gesamtbild zu erfassen. Und da fällt ihm eben auf, daß das allerweil ganz besonders schwierig ist.

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