Sonntagsheld (143) – Göttlicher Wind

Sezession

Größer als der Tod noch ist das Sterben

Zum Gefallenengedenken hatte ich und (habe ich eigentlich bis heute) ein zwiegespaltenes Verhältnis. Zu präsent sind mir die bierseligen Kneipreden jener bräsigen Brillenträger, die zwar von jedem Weltkriegspiloten die Anzahl der Luftsiege kennen, aber nicht wissen, wie man einen linken Haken schlägt. An der Seite dieser Leute rangiert auch das mehr oder weniger offizielle Gedenken (etwa am Volkstrauertag) irgendwo zwischen schamhaft erfüllter Pflicht und Schützenverein.

Am ehesten fühle ich mich noch wohl bei den Fackelzügen der Korporationen; aber so wie ein Glas Bier durchaus geeignet sein kann, das Herz für die Weihe des Appells zu öffnen, so sind fünf oder sechs davon eine sicherer Garant dafür, daß der Gleichschritt im Marsch komplett vor die Hunde geht. Und so gerät das große Ritual zur Ehre der Helden zur wackeligen Totentanzstunde im Angesicht der Fackelschalen.

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