Intrigen, Eigennutz und politische Orientierungslosigkeit eines Liberalen mit großem Namen

Tichys Einblick

Eloquent wirkt er, jovial und bedeutsam. Er trägt einen großen Namen. Die Rede ist von Alexander Graf Lambsdorff, einem der sechs stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion und Neffe des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers, des „Marktgrafen” Otto Graf Lambsdorff. Gerade wurde eine Vorlage von ihm zur Israelpolitik in der Fraktion einstimmig abgebürstet, sie kam zu israelfeindlich daher. Ein peinlicher Vorgang. Vor allem für einen Namenserben, für den die fernen und nahen Vorfahren das einzige Kapital darstellen.

Wladimir Nikolajewitsch Lamsdorf (sic), den Alexander gerne bemüht, um die Bedeutsamkeit seiner Herkunft herauszustellen, war von 1900 bis 1906 Außenminister aller Reußen. Große Fußstapfen sollte man meinen. Aber Wladimir gehört gar nicht zu Alexanders Ahnen. Er war der Neffe seines Ururgroßvaters. Schaut man hinter die Fassade, steht Alexander in der Tat mehr im politischen Schatten des glücklos agierenden, von Zar Nikolaus II. im Jahr 1906 geschassten Wladimir, als im Licht des fachkundigen Otto. Warum gerade er immer wieder auf Wladimir verweist, der im Russland seiner Zeit wie kein anderer für den moralischen und materiellen Bankrott russischer Europäisierungspolitik stand, bleibt ein Rätsel. Vermutlich ist es sein Unvermögen, Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Er liebt die prachtvolle Selbsttäuschung. Dabei gäbe es in der Familiengeschichte viel bedeutendere Persönlichkeiten, auf die sein oftmals knorrig wirkender, aber sehr respektierter Onkel Otto sich lieber berief – vor allem auf Gustav Matthias Lambsdorff, den Erzieher des späteren, äußerst autoritär regierenden Zaren Nikolaus I., für dessen preußisch-militärischen Schliff die Familie Lambsdorff mit dem russischen Adelstitel (1817) belohnt wurde. Aber wer einen Namen erbt ohne den dazu passenden Verstand, muss sich abgrenzen. Einem Vergleich hielte er nicht stand.

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