Vom Shooting-Star zum Ikarus – Der Fall Spahn(s)

Tichys Einblick

Das politische Geschäft kann grausam sein. Nun trifft es wieder einmal einen Ikarus, der fulminant gestartet ist und der Sonne zu nahe kam. Jens Spahn, erst Hoffnungsträger und Zukunftspotential, dabei so erfolgreich, dass sich Konkurrent Armin Laschet gezwungen sah, ihn als Tandemfahrer in sein eigenes Projekt Kanzlerschaft einzubinden – nun also Überflieger, dem die Sonne die nur mit Wachs zusammengehaltenen Schwingen dahinschmelzen lässt. Wie Höhenflüge enden, wusste bereits die griechische Sage trefflich zu berichten.

Die Karriere – immer nur nach oben

Die Karriere des Mannes aus dem Münsterland schien mustergültig und nur eine Richtung zu kennen: auf geradem Weg nach ganz oben. Als Merkel-kritischer Scheinriese mit sanft-konservativem Profil für die immer noch ob der Sozialistisierung ihrer Partei hadernden Basis sah sich die Dame aus der Uckermark einst genötigt, den ständig mit den Hufen scharrenden, bekennenden Homosexuellen in ihr Kabinett aufzunehmen. Mit Kalkül wurde ihm das Gesundheitsressort aufs Auge gedrückt – ein Ministeramt, das in normalen Zeiten wenig Potential zur Selbstdarstellung bietet und schon immer als eine gekonnte Mischung aus Nachwuchstraining und der Chance, sich an der eigenen Bedeutungslosigkeit zu verschlucken, gilt. Doch dann kam Corona – nicht nur für Merkel unerwartet, denn es schien ihr Kalkül, den Kritiker mit einem unbedeutenden Amt abgefunden und in die Disziplin gezwungen zu haben, mit Vehemenz über den Haufen zu werfen.

[...]

Den ganzen Artikel und dessen Kommentare liest Du auf Tichys Einblick.