Die Digitalisierung wird die Handelsstrukturen verändern

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Verwaiste Einkaufsstraße durch Shutdown in Hamburg.

Von PROF. EBERHARD HAMER | In der Digitalisierung liegt nach Merkel die Zukunft unserer Wirtschaft. Es brauche deshalb „einen Digitalisierungsschub“. Diesen hat sie auch mit dem Zwangsstillstand der mittelständischen Wirtschaft („Lockdown“) erreicht.

Während der Facheinzelhandel zwangsgeschlossen blieb, die Menschen aber durch üppige Kurzarbeiter- und Hartz-IV-Gelder konsumkräftig blieben, verlagerte sich die Versorgung schubweise zu mehr als 25 Prozent auf den Versandhandel der Konzerne wie Amazon u.a.

Dieser Verlagerungsschub dürfte nicht nur vorübergehend, sondern endgültig sein und große Konsequenzen haben:

Wer im Versandhandel einkauft, braucht nicht mehr in die Innenstadt. Die Innenstädte verlieren also Besucherströme, werden dadurch unattraktiver, so dass auch verbleibende Geschäfte die hohen Mieten nicht mehr zahlen können, sondern ihren Standort in billigere Geschäftsräume verlagern müssen. Das Abwandern des Facheinzelhandels aus der Innenstadt ist der Beginn einer Verödung mit Konsequenzen auch für andere Branchen (Gastronomie, Unterhaltung u.a.), wie es Rom im Mittelalter erlebt hat und wir es als öde Steinwüste auf mittelalterlichen Bildern sehen können. Zur Verödung der Innenstädte trägt auch der grüne Autohass bei. Autos sollen aus den Innenstädten verbannt werden, Parkplätze werden verteuert. Mit einer neuen CO2-Steuer („Grünabgabe“) wird die Fahrt in die Innenstadt noch zusätzlich verteuert. Es wird immer unattraktiver und teurer, vom Land oder dem Stadtrand in die Innenstadt zu fahren. Wie üblich werden die Politiker „Gegenmaßnahmen“ treffen, und die leeren Läden und Büros mit Menschen füllen, die dringend Wohnraum brauchen – also Migranten. Dadurch vollzieht sich ein weiterer Qualitätsabfall und Bedeutungsverlust vieler Innenstädte: Sie werden zu Ausländerghettos und Armenvierteln. Die Wohlhabenden fliehen und damit kommt ein drittes Verhängnis: Die von Gewerbesteuerzahlern, nämlich dem Mittelstand, entleerten Innenstädte verlieren ihre Steuereinnahmensäule, werden Armenhäuser, können ihre Polizei und Ordnungskräfte nicht mehr halten, geraten in die Macht organisierter Kriminalität. Wie schon in den 1980er Jahren die Super- und Verbrauchermärkte etwa 400.000 mittelständische Lebensmitteleinzelhändler vernichtet und die Nachfrage auf sich konzentriert haben, wird jetzt auch der Internethandel den traditionell stationären Einzelhandel massenweise vernichten, weil er grundsätzliche Wettbewerbsvorteile hat: Er hat größere Auswahl im Angebot (ist nicht durch die Ladengröße begrenzt), bietet rund um die Uhr an (Facheinzelhandel hat vorgeschriebene Öffnungszeiten), braucht nur ein Drittel der Mitarbeiter und die auch nur Billiglöhner (während der Facheinzelhandel dreimal so viel, teureres, qualifiziertes Personal braucht) und liefert frei Haus (während die Kunden beim Facheinzelhandel abholen müssen). Solange die meisten Kunden sich noch nicht an das Internet gewöhnt hatten, wählten sie beim Fachhandel in den Läden aus. Die junge, inzwischen an Homeoffice gewöhnte Digitalgeneration gewöhnt sich dagegen zunehmend an digitales Einkaufen. Insofern findet hier auch ein intergeneratives Verhalten statt. Solange der kostengünstige Versandhandel mit dem hoch kostenintensiven Fachhandel der Innenstädte konkurrieren muss, macht er Supergewinne. Diese werden allerdings mit der Zeit durch die wachsende Konkurrenz vom Versandhandel untereinander – wie durch die Konkurrenz der Supermärkte untereinander – reduziert. Zurzeit macht jedenfalls Amazon einen Jahresgewinn von weltweit über 100 Milliarden Euro. Der Gewinnvorteil des Versandhandels liegt zudem darin, dass er nicht die hohen kommunalen und nationalen Steuern zahlt, sondern mit seinen Gewinnen in die Steueroasen flüchtet, also steuerfrei bleibt.[...]

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