Franz Kafka: Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse (gekürzt) – KLONOVSKY

Michael Klonovsky

Unse­re Sän­ge­rin heißt Jose­fi­ne. Wer sie nicht gehört hat, kennt nicht die Macht des Gesanges…

Ich habe oft dar­über nach­ge­dacht, wie es sich mit die­ser Musik eigent­lich ver­hält… Wie kommt es, daß wir Jose­fi­nens Gesang ver­stehn oder, da Jose­fi­ne unser Ver­ständ­nis leug­net, wenigs­tens zu ver­ste­hen glau­ben? Die ein­fachs­te Ant­wort wäre, daß die Schön­heit die­ses Gesan­ges so groß ist, daß auch der stumpfs­te Sinn ihr nicht wider­ste­hen kann, aber die­se Ant­wort ist nicht befrie­di­gend. Wenn es wirk­lich so wäre, müß­te man vor die­sem Gesang zunächst und immer das Gefühl des Außer­or­dent­li­chen haben, das Gefühl, aus die­ser Keh­le erklin­ge etwas, was wir nie vor­her gehört haben… Gera­de das trifft aber mei­ner Mei­nung nach nicht zu, ich füh­le es nicht und habe auch bei andern nichts der­glei­chen bemerkt. Im ver­trau­ten Krei­se geste­hen wir ein­an­der offen, daß Jose­fi­nens Gesang als Gesang nichts Außer­or­dent­li­ches darstellt.

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