Merkels Zapfenstreich: so seltsam wie sie selbst

Tichys Einblick

Haben wir noch Sinn für die Inszenierung? Instinkt für Machtdarstellung? Ein Gefühl für Repräsentation, für das Zusammengehen von Ton und Bild, das über das rein Oberflächliche hinausgeht? Der Große Zapfenstreich ist ein solches Relikt, das als alteuropäisches Ritual fortlebt und einen solchen Anspruch mal offensichtlicher, mal subtiler artikuliert. Helmut Kohl wusste seinen Abschied als Kanzler vor dem Dom zu Speyer zu inszenieren. Speyer, das war für Kohl ein zentraler Nexus deutscher und europäischer Geschichte. Das war die Pfalz, seine Heimat; das war die Begräbnisstätte der Salier, des großen deutschen Königsgeschlechts; das war der Kaiserdom eines europäischen Reiches. Kohl lud seine Gäste an diesen Ort, weil er als Erinnerungsstätte regionaler, nationaler und europäischer Identität gilt. Die Bundeswehr spielte „Ode an die Freude“; das Stück eines Rheinländers, eines Deutschen, eines Europäers. Kohl wurde seinerzeit als intellektuelles Leichtgewicht verspottet. Aber er kannte diese Zusammenhänge.

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