Das Feuer einer Inflation ist nur schwer zu löschen

Tichys Einblick

Tichys Einblick: Herr Professor Sinn, Sie zitieren zu Beginn Ihres neuen Buches „Die wundersame Geldvermehrung“ Stefan Zweig mit folgendem Satz: „Nichts hat das deutsche Volk – dies muss immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden – so erbittert, so hasswütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation.“ Sehen Sie die Gefahr von Inflation derart dramatisch?

Hans-Werner Sinn: Ich prognostiziere nicht, dass sich die Geschichte wiederholt. Aber auch als nüchterner und an Zahlen orientierter Ökonom muss man sich bei wirtschaftlichen Entwicklungen vor Augen halten, welche katastrophalen Konsequenzen die Inflation schon einmal hatte. Sie greift tief in unser Leben ein; sie kann im schlimmsten Fall ganze Gesellschaften zerstören. Stefan Zweig hat sehr plastisch beschrieben, wie sich die große Inflation des Jahres 1923 auf das tägliche Leben der Menschen auswirkte, wie das Kleinbürgertum verarmte und wie zermürbend es war, wenn die Frauen den Männern an den Werkstoren die Lohntüten abnahmen, um möglichst schnell Lebensmittel einzukaufen, weil die Inflation so rasend war, dass schon wenige Stunden später der Lohn nichts mehr wert war. Aber nochmal: Das steht uns so nicht unmittelbar bevor, doch sehe ich am Horizont genug Gefahren.

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